10/31/2016

Un drum cât o sută de vieți - Muzeul de Artă Arad, vernisaj 02 noiembrie ora 17



THE AVANTPOST GROUP: Hidden Agenda (in memoriam Sorin Oncu) - Rezidenta Scena9, Bucharest, Romania, October 2016


Sorin Oncu, prietenul și colegul nostru din grupul Avantpost a murit subit în iulie 2016. Avea 36 de ani. Această expoziție îi este dedicată.
Sorin Oncu, our friend and colleague from the Avantpost Group died unexpectedly in July 2016. He was 36 years old. This exhibition is dedicated to him.




Într-o marți, în iulie
În dimineata aceea, când am plecat de acasă, am găsit un pui de șoim. Era ghemuit pe asfaltul din fața blocului, epuizat de atâtea încercări nereușite de zbor. L-am dus la veterinar, am primit o cușcă (de câine), l-am hrănit, l-am botezat Timi, am căutat variante pentru mai departe și înțelesuri ascunse. Seara când a venit vestea că Sorin a murit nu am fost în stare să fac altceva decât să privesc, cu mintea golită de orice gând, cum Timi mușca gratiile și se zbătea cu disperare să iasă din cușca aia nenorocită de câine. A doua zi l-am dus la Târgu Mureș, la o asociație unde să învețe să zboare, urmând să fie repus în libertate la timpul potrivit.
Apoi eu, care n-am mai pus mâna pe vopsele din facultate, am imprimat 181 de probe de zbor și am hotărât să nu mai pun întrebări care oricum nu au niciun răspuns.

PS – Timi a învățat să zboare și în august a fost eliberat cu bine. 






Probe de zbor (nr.1 - 181)
monotipie, procesare digitală, print digital, 29 x 21 cm
2016


On a Tuesday, in July
That morning, when I left home, I found a baby hawk. He was sitting on the pavement in front of our building, exhausted by so many unsuccessful flight attempts. I took him to the vet, got a cage (for dogs), fed him, called him Timi and looked for options for his future and for hidden meanings. In the evening, when I received the news that Sorin has died, all I could do was watch, with a suddenly emptied mind, how Timi bites the bars and desperately struggles to get out of that damned dog cage. The next day I took him to Targu Mures, to an association where he would learn to fly and later be released.
Then I, who have not worked with paint since college, printed 181 flight tests and decided to stop asking questions which, anyway, will never find an answer.

PS - Timi learned to fly and was successfully released in August.





Flight Tests (no.1 to 181)
monoprint, digital processing, digital print, surgical gloves
2016
photo credit Aura Balanescu


The Third Silk Road International Arts Festival - Xi'an, China, September 7th to 21st, 2016


My Grandmother Looks So Serious...
(from the Roots Series)
family photo, digital processing, digital print, 40 x 50 cm, 2013/2016




 

10/22/2016

THE AVANTPOST GROUP: Unseen. Celebrating DADA - Helios Gallery Timisoara, Romania, June 24th - July 6th, 2016






The public is invited to unwrap The Artist's Portrait:











The Artist's Portrait
photo, digital processing, 40 x 50 cm, life-size mannequin
2016



Two weeks after this event our dear friend and colleague Sorin Oncu from the Avantpost Group died unexpectedly. He was 36 years old.

Sorin Oncu with our curator Maria Orosan Telea

5/22/2016

Triennale Européenne de l’Estampe Contemporaine - Portet Sur Garonne, France, March 2016




Roots 1
old family photo, digital processing
40x50 cm, 2013-2015
 PRIZE OF THE CITY PORTET SUR GARONNE, FRANCE

Roots 2
old family photo, digital processing
40x50 cm, 2013-2015

Roots 3
old family photo, digital processing
40x50 cm, 2013-2015



"Nexus" - Art Museum Cluj-Napoca, Romania, March 2016



Gregorius Renard and his wife - from the "Roots" series
digital processing of a dagguereotype from the middle of the 19th century
60 x 80 cm, 2014 



10/23/2015

SOLO SHOW: "Ein Weg wie hundert Leben" - Begegnungs- und Kulturzentrum Friedrich Teutsch, Sibiu, Rumänien - 12.10.2015- 15.01.2016



Toate lucrările și versiunea în LIMBA ROMÂNĂ pentru acest proiect se găsesc la:

All works and the ENGLISH VERSION for this project can be seen at: 



Ein Weg wie hundert Leben“ ist die Geschichte meiner französisch-deutschen Familie aus Lothringen und dem Schwarzwald des XVIII. Jahrhunderts. Der Entschluss, unsere Familiengeschichte zu erforschen, gab mir schließlich den Mut, die kleine alte Holzschachtel zu öffnen, in der meine Großmutter die wenigen übriggebliebenen Photos, Dokumente und Briefe aufbewahrte. Dabei überwältigte mich die späte Erkenntnis dessen, was wirklich Trennung“, „Heimweh“, „Entwurzelung“ bedeutet – die Deportation der Großeltern nach Russland, der Urgroßeltern in den Bărăgan, des Vaters an den Donau-Kanal – das gespaltene Dasein, das die GESCHICHTE ihrem Leben aufgezwungen hatte. Auch erkannte ich ebenso tiefgründig, dass man „nach Hause“ zurückkehren kann, auch wenn da kein Haus mehr steht; dass die Kraft des Glaubens und das Überleben des Geistes einen retten, auch wenn die Geschichte einem dazu scheinbar keine Chance lässt.




Ein wichtiger Bestandteil des Projekts ist es, die Bilder an möglichst vielen Orten zu zeigen, damit sich die Hauptfiguren zum ersten Mal, symbolisch, frei bewegen können und ihre Geschichte bekannt wird. Bilder aus diesem Projekt wurden bisher in Ausstellungen in Rumänien (Temeswar, Jassy, Arad) und bei internationalen Veranstaltungen gezeigt (Rignac in Frankreich, Evora in Portugal, Madrid und den Kanarischen Inseln in Spanien, Lousã und Candal in Portugal, Klaipeda in Litauen, Denton in Texas/USA, Budapest in Ungarn, Thessaloniki und Veria in Griechenland). Das gesamte Projekt wurde 2013 in Temeswar in der Helios Gallerie, 2014 beim Friedensfestival Sarajevo in Bosnien und Herzegowina und im März 2015 im Stefan-Jäger-Museum in Hatzfeld (Jimbolia) ausgestellt. Die Ausstellung im Teutsch Haus Sibiu wurde am 12 Oktober 2015 eröffnet und kann bis am 15 Januar 2016 besucht werden.





Wurzeln, bis zum Himmel
Über meinen Großvater Renard Ioan Nicolae wusste ich fast gar nichts. Ich hatte nur ein Foto und ein Gerichtsprotokoll, das seinen Tod am 24.01.1946 im Arbeitslager Nr.1651 in Ufalo/Russland feststellte.
Eines Morgens, wie so oft in der letzten Zeit, dachte ich wieder an ihn. Daran, dass er, obwohl er französischer Abstammung war, auf die Liste der 68.000 Personen deutscher Herkunft gekommen war, die im Januar 1945 nach Russland deportiert wurden. Und dass er, wahrscheinlich vor lauter Hunger, Kälte, Erschöpfung und Schwermut, den Tod fand.
Plötzlich, als ich mitten in meinen Gedanken versunken war, schlug eine Taube mit voller Wucht gegen das Fenster. Das hatte ich noch nie erlebt, und ich frage mich ob es wirklich wahr sei, dass die Vögel Boten des Himmels seien. Am selben Abend erhielt ich völlig unerwartet und unverhofft Informationen über meinen Großvater: Fotos aus seiner Kindheit, Erinnerungen aus einer längst vergangener Zeit... und die Nachricht, dass er damals im Lager, aus lauter Verzweiflung, Selbstmord begangen hatte.



Die Heimat, weit entfernt 
Durch das Jalta-Abkommen im Februar 1945 kam Rumänien unter sowjetischen Einfluss, wodurch sich der Lauf der Geschichte und das Schicksal vieler Familien dramatisch veränderten. Im Januar 1945 wurde mein Großvater mütterlicherseits, 35-jährig, zusammen mit seinen Geschwistern und mit anderen 68.000 Personen nach Russland deportiert. Ein paar Tage nach seinem 43. Geburtstag beging mein Großvater väterlicherseits Selbstmord im Arbeitslager Nr. 1651 in Ufalo in Russland. 1951 war mein Urgroßvater 68 Jahre alt und meine Urgroßmutter 66, als sie zusammen mit 40.320 anderen Personen in den Bărăgan deportiert wurden. Dort mussten sie in einer Erdgrube wohnen, die sie sich gegraben hatten. Mit 18 wurde mein Vater zu vier Jahren Zwangsarbeit am Donau-Schwarzmeer-Kanal verurteilt, wo rund 100.000 Personen unter schwer vorstellbaren Bedingungen jahrelang arbeiten mussten. Als 19-Jährige wurde meine Mutter, wie viele andere Studierende in jenen Tagen, der Hochschule verwiesen. Lebensgeschichten, in einem einzigen Atemzug erzählt... aber so schwer wie die ganze Welt... oder so tief wie der endlose Wald, in dem man seine Wurzeln nicht mehr fühlen und den Himmel nicht mehr sehen kann




Aus Russland, mit Liebe 
Meine Großmutter bewahrte mit großer Sorgfalt die Briefe aus der Russlandgefangenschaft meines Großvaters in einer kleinen Holzschachtel mit einem gemalten Deckel. Es fiel mir sehr schwer zu entscheiden, ob ich es wagen durfte, Zeilen zu lesen, die nicht an mich adressiert waren, oder ob ich sie nicht doch lieber für immer dort eingeschlossen lassen sollte. Ich fand den Abschiedsbrief meines Großvaters, in großer Eile am Tag seiner Deportation nach Russland geschrieben; Postkarten auf denen die Tinte längst verblasst war aber die Farbe des Stempelabdrucks „ZENSIERT“ die gleiche Intensität wie am ersten Tag behielt; ein Foto aus dem Lager, auf dem nur noch die Augen meines einst so hübschen Großvaters lebendig waren; Briefe auf ein so dünnes Papier geschrieben, dass die Buchstaben von einer Seite auf die andere durchschienen und eine neue, fast unverständliche Schrift bildeten; kleine, aneinandergenähte, eng beschriebene Papierstückchen, damit möglichst viele Gedanken ihren Weg zu meiner Großmutter fänden. Ich erfuhr, dass „Skoro domoj“ auf Russisch „bald nach Hause gehen“ bedeutet und dass diese Worte immer wieder ausgesprochen wurden, in der Hoffnung, dass sie bald wahr würden. Und ich verstand, dass unter Umständen das Beschaffen von Papier, um nach Hause zu schreiben, zur schwersten Lebensaufgabe werden konnte.


Lebewohl. Für immer. 
Triebswetter, 18. März 1955. 
Meine Großmutter Aurelia Prinz nimmt Abschied von ihrem Vater, Dominic Haman. Nach vier Jahren Deportation in den Bărăgan, des Hauses, der Fabrik, des Besitzes enteignet, waren meine Urgroßeltern gezwungen, Rumänien für immer zu verlassen. Obwohl mein Urgroßvater noch bis 1964 lebte, wurde es meiner Großmutter verwehrt, ihn jemals wiederzusehen.







Notre Père, Vaterunser, Miatyánk, Tatăl Nostru, Pai Nosso 
Meine Mutter erinnert sich, dass sie als Kind das Vaterunser auf Französisch lernte. In Triebswetter betete man auch deutsch, ungarisch und rumänisch... aber diejenigen, die ihre Wurzeln noch tief in ihrer entfernten Heimat fühlten, taten es auf Französisch. Ihre Ahnen hatten Lothringen im Jahr 1770 verlassen, in der Hoffnung auf ein besseres Leben im unbekannten und weit entfernten Banat. Sie setzten Triebswetter für immer auf die Landkarte und wurden von der Geschichte ihrer neuen Heimat umso stärker und für immer geprägt. Der Gedanke an „die Heimat“, die man endlich finden oder wiederzufinden hoffte, auf einem Weg so lang wie hundert Leben, hat in den schwersten Stunden weitergeholfen: auf der Reise im Schwabenzug ins unbekannte Banat; in den Kriegsjahren, als man nichts sehnlicher wünschte, als dass die Männer der Familie unversehrt heimkehrten; in der Kälte Russlands, im Staub des Bărăgans, auf den Felsen des Donau-Schwarzmeer-Kanals. Man konnte sich von seinem Körper lösen, tief in sein Inneres tauchen, hoffen und das Vaterunser beten... französisch, deutsch, rumänisch ... egal in welcher Sprache. Wichtig war, dass es immer wieder geholfen hat, wo immer man sich auch befand.



Link zur TVR Sendung in deutscher Sprache (mit rumänischen Untertiteln)
ab min. 32:45